Bestimmung der NOX- und Feinstaubemissionen (PM10) von Binnenschiffen am Liegeplatz

Gute Luft zum Atmen ist eine wesentliche Grundlage für die Erhaltung der Gesundheit. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ist in Nordrhein-Westfalen sowohl für das Messnetz zur Luftqualität als auch für die Ermittlung der Belastungsanteile der einzelnen Schadstoffquellen zuständig. Um einen Überblick über die einzelnen Emissionsquellen zu bekommen, wurden landesweite Emissionskataster aufgelegt, die für Nordrhein-Westfalen vom LANUV gepflegt werden. Die erfassten Emissionen der unterschiedlichen Quellen werden u. a. dazu verwendet, um die Anteile der verschiedenen Verursachergruppen an der Immissionsbelastung per Modellrechnung zu ermitteln. Mit den Ergebnissen lassen sich Maßnahmenkonzepte entwickeln, die gezielt bei den Verursachern zur Emissionsminderung führen.

Auch für die Binnenschifffahrt in Nordrhein-Westfalen ist bereits ein Emissionskataster vorhanden, dessen Datengrundlage nun im Rahmen des europäischen CLINSH-Projektes deutlich verbessert wurde. Die Emissionen der in den Häfen liegenden Schiffe und des Hafenbetriebes wurden bisher nur pauschal aus Frachtstatistiken über den Güterumschlag abgeleitet. Daten zum eigentlichen Schiffsverkehr in den Häfen wie Anzahl der Schiffe, Liegeorte und Liegezeiten konnten nicht erfasst werden.

Das LANUV hat im Rahmen des CLINSH-Projektes eine Methodik zur besseren Erfassung der Emissionen der liegenden Schiffe entwickelt, die eine realitätsnähere Berechnung der Emissionen an Stickoxiden und Feinstaub ermöglicht, die durch die Stromversorgung der Schiffe entstehen.

Hierbei wurden die Anzahl der die Häfen anlaufenden Schiffe, deren Liegezeiten und die Emissionsfaktoren der an Bord befindlichen Stromgeneratoren in die Emissionsberechnungen einbezogen. Damit können erstmals auch Fragestellungen zu Emissionen und deren Wirkungen in einzelnen Hafenbereichen oder an einzelnen Liegeplätzen. z.B. für die stadtnahen Anleger der Flusskreuzfahrtschiffe beantwortet werden. Das Verfahren ist grundsätzlich auch für andere Binnenhäfen oder Liegeplätze von Binnenschiffen anwendbar. Es ermöglicht eine sehr viel realistischere Erhebung der Schiffsemissionen und deren Einfluss auf die Luftqualität.

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