05. Februar 2024
Überdurchschnittlicher Niederschlag im Januar im Vergleich zum langjährigen Mittel.
Durch den aktuellen Niederschlagsüberschuss konnten demnach zumindest rein numerisch das entstandene Defizit seit 2019 ausgeglichen werden. Für den Ausgleich des im Jahr 2018 entstandenen Defizits sind weitere sehr nasse Monate erforderlich.
Übersicht über die Niederschläge der letzten 12 Monate (Datenquellen: DWD, LANUV; Stand: 05.02.24)
grün: Niederschlag überdurchschnittlich, rosa: unterdurchschnittlich,
weiß: durchschnittlich, ocker: langjähriger Durchschnitt
Feb. 23 | März 23 | April 23 | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sep. | Okt. | Nov. 23 | Dez. 23 | Jan. 24 | ||
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monatl. Niederschlag | mm | 51,3 | 117,5 | 63,3 | 65,2 | 61,9 | 115,6 | 132,5 | 68,1 | 119,1 | 139,8 | 160,7 | 85,3 |
summiert | mm | 51,3 | 168,8 | 232,1 | 297,3 | 359,2 | 474,8 | 607,3 | 675,4 | 794,5 | 934,3 | 1095,0 | 1180,3 |
Mittel 1881-heute | mm | 60,8 | 60,8 | 55,2 | 63,6 | 74,6 | 86,6 | 81,2 | 67,2 | 69,7 | 72,0 | 80,4 | 74,7 |
summiert | mm | 60,8 | 121,6 | 176,8 | 240,3 | 314,9 | 401,5 | 482,7 | 549,9 | 619,6 | 691,6 | 772,0 | 846,7 |
Überschuss / Defizit pro Monat | mm % | -9,5 -15,6 | +56,7 +93,2 | +8,1 +14,7 | +1,6 +2,6 | -12,7 -17,0 | +29,0 +33,5 | +51,3 +63,3 | +0,9 +1,3 | +49,4 +71,0 | +49,4 +71,0 | +80,3 +99,9 | +10,6 +14,1 |
Überschuss / Defizit seit Anfang Februar 2023 | mm % | -9,5 -15,6 | +75,6 +38,5 | +55,3 +31,3 | +57,0 +23,7 | +44,3 +14,1 | +73,3 +18,3 | +124,7 +25,8 | +125,5 +22,8 | +175,0 +28,2 | +175,0 +28,2 | +323,1 +41,8 | +333,6 +39,4 |
Die Böden in NRW sind weiterhin vollständig gesättigt bzw. übersättigt.
Dürrezustand: Bodenfeuchte von weiß= keine bis leichte Trockenheit, gelb= ungewöhnlich trocken bis dunkelrot = außergewöhnliche Dürre" und "Pflanzenverfügbares Wasser: nutzbare Feldkapazität (nFK) von rot = Welkepunkt über gelb = Trockenstress bis dunkelblau = vollständige Sättigung bis Übersättigung
Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte mit den Werten im Vergleichszeitraum 1951-2015 und ordnet diese relativ ein.
Aktuelle Bodenfeuchte < 30 % aller Jahre = ungewöhnliche Trockenheit, < 20 % aller Jahre = moderate Dürre, < 10 % aller Jahre = schwere Dürre, < 5 % aller Jahre = extreme Dürre, < 2 % aller Jahre = außergewöhnliche Dürre
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.
Im Januar 2024 weisen zwei Drittel der Grundwassermessstellen hohe bis absolute Maximal-Grundwasserstände auf.
Die sehr hohen Niederschlagsummen der vergangenen Monate haben zu einem deutlichen Anstieg der Grundwasserstände (GW-Stände) geführt. Dieser Anstieg hält auch im Januar 2024 noch an.
Durch die hohen und länger anhaltenden Wasserstände in den Oberflächengewässern in NRW, insbesondere während der Hochwasserlage Ende Dezember / Anfang Januar hat sich in einigen oberlächengewässernahen Bereichen ein Grundhochwasser ausgebildet. Dabei ändert sich das Strömungsgefälle, so dass das Grundwasser nicht mehr den Flüssen zuströmt, sondern das Wasser aus dem Fluss in den Grundwasserleiter strömt. Dies führt dann in den betroffenen Bereichen zu temporär steigenden und erhöhten Grundwasserständen. Dabei kann der Grundwasserstand in Abhängigkeit der Untergrundverhältnisse und der Entfernung zum Oberflächengewässer auch nach dem Ablauf des Hochwassers noch weiter ansteigen. Mögliche Gefahren durch das Grundhochwasser sind Überflutungen an Gebäuden (Keller, Tiefgaragen etc.) oder Gebäudeschäden durch Wasserdruck und Auftrieb.
Die aktuellen GW-Stände im Januar lassen sich, im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat, wie folgt einordnen:
Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser.
Beruhigung der Hochwasserlage im Verlauf des Januars. Gewässer aktuell im Mittelwasserbereich.
Die Talsperrenfüllstände befinden sich unter Berücksichtigung der Jahreszeit weiterhin auf einem hohem Niveau.
Aufgrund des überdurchschnittlich nassen Wasserwirtschaftsjahres 2023 und der sehr nassen Monate November und Dezember 2023 liegen die Talsperrenfüllstände unter Berücksichtigung der Jahreszeit auch zu Beginn des Wasserwirtschaftsjahres 2024 mit rd. 79 % (Stand: 31.01.2024) weiterhin auf einem hohen Niveau.
Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talperrenfüllstände wie folgt dar (Stand:01.02.24):
In der ersten Januarhälfte fanden noch an vereinzelten Talsperren Entlastungen in Form erhöhter Abgaben statt, ansonsten befinden sich die Talsperren im Wesentlichen wieder im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans. Im Rahmen der jahreszeitlich variablen Betriebspläne reduzieren die Talsperrenbetreiber derzeitig die Hochwasserschutzräume in den Talsperren nach und nach auf das sommerliche Niveau. Demnach werden i.d.R. die Talperrenabgaben niederiger eingestellt als die Zuflüsse in die Talsperren mit dem Ziel, die Wasserversorgung für den Sommer sicherzustellen. Im Rahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes kann es jedoch jederzeit zu Änderungen der Talsperrensteuerung kommen.
UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.
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