Hydrologischer Status NRW zum 28.02.2025

17. März 2025

Niederschlag

Deutlich unterdurchschnittlicher Niederschlag im Februar.

  • Im Februar 2025 sind in NRW im Gebietsmittel rd. 20 mm Niederschlag gefallen, was einem Niederschlagsdefizit von rd. -40 % im Vergleich zum langjährigen Mittelwert (Betrachtungszeitraum: 1881-heute) entspricht. 
  • In den letzten 12 Monaten sind rd. 974 mm Niederschlag gefallen, wodurch sich im Vergleich zum langjährigen Mittel ein Gesamtüberschuss von rd. +126 mm für diesen Zeitraum ergibt. Dies entspricht einer relativen Abweichung von rd. +15 % gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert.
  • Die relativen Abweichungen der letzten Jahre für den identischen Zeitraum betrugen zum Vergleich:
    • März 2017 - Februar 2018     +4,2 %
    • März 2018 – Februar 2019    -24,7 %
    • März 2019 – Februar 2020    +2,6 %
    • März 2020 – Februar 2021    -17,6 %
    • März 2021 – Februar 2022     +2,7 %
    • März 2022 – Februar 2023   -19,5 %
    • März 2023 – Februar 2023   +45,4 %
    • März 2024 – Februar 2024   +14,9%

Übersicht über die Niederschläge der letzten 12 Monate (Datenquellen: DWD, LANUV; Stand: 03.03.25)

Boden

Im Februar ungewöhnliche Trockenheit bis hin zu schwerer Dürre im Oberboden und vereinzelte Dürreerscheinungen im Gesamtboden in NRW.

  • Als Folge des sehr trockenen Februars sind in den Oberböden in NRW erstmals in diesem hydrologischen Jahr deutliche Dürreerscheinungen erkennbar. Im Vergleich mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten sind die Oberböden in NRW zu großen Teilen ungewöhnlich trocken bzw. weisen eine moderate bis schwere, teils extreme Dürre auf. Auch in den tieferen Bodenschichten (Gesamtboden bis 1,8 m Tiefe) sind bereits erste Dürreerscheinungen erkennbar.
  • Das aktuell pflanzenverfügbare Wasser in NRW, abgeleitet aus der nutzbaren Feldkapazität (=nFK in %), liegt im Wesentlichen zwischen 80 und 100 % und hat somit im Vergleich zum Vormonat ebenfalls abgenommen.  Es liegt derzeit aber noch kein beginnender Trockenstress vor.
  • Die folgenden Grafiken zum Dürrezustand des Bodens zeigen die gemittelte Bodenfeuchte der letzten 30 Tage eingeordnet anhand des Bodenfeuchteindex (SMI) für den Gesamtboden und den Oberboden. Die Grafik zum pflanzenverfügbaren Wasser beschreibt die tagesaktuelle Bodenfeuchte anhand der nutzbaren Feldkapazität (nFK in %). (Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/index.php?de=37937)).

Dürrezustand: Bodenfeuchte von weiß= keine bis leichte Trockenheit, gelb= ungewöhnlich trocken bis dunkelrot = außergewöhnliche Dürre" und "Pflanzenverfügbares Wasser: nutzbare Feldkapazität (nFK) von rot = Welkepunkt über gelb = Trockenstress bis dunkelblau = vollständige Sättigung bis Übersättigung

Hinweis: Der UFZ-Dürremonitor vergleicht die aktuelle Bodenfeuchte (Mittelwert der letzten 30 Tage) mit den Werten im Vergleichszeitraum 1951-2015 und ordnet diese relativ ein.
Aktuelle Bodenfeuchte < 30 % aller Jahre = ungewöhnliche Trockenheit, < 20 % aller Jahre = moderate Dürre, < 10 % aller Jahre = schwere Dürre, < 5 % aller Jahre = extreme Dürre, < 2 % aller Jahre = außergewöhnliche Dürre
Der UFZ-Dürremonitor trifft keine Aussage über das absolut im Boden verfügbare Wasser. Eine Aussage über die resultierende Grundwasserneubildung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Grundwasser

Im Februar 2024 befinden sich die Grundwasserstände weiterhin auf einem hohen Niveau.

In Abhängigkeit der hydrogeologischen Verhältnisse, insbesondere der Tiefe und Durchlässigkeit des Grundwasserleiters, reagieren die Grundwasserstände (GW-Stände) in den Grundwassermessstellen (GWM) unterschiedlich stark auf äußere Umwelteinflüsse. So sind die GW-Stände im Februar im Vergleich zum Vormonat in jeweils rund der Hälfte der GWM gesunken bzw. gestiegen. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit befinden sich die GW-Stände weiterhin auf einem hohen Niveau. 

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen für diesen Monat lassen sich die aktuellen GW-Stände im Februar wie folgt einordnen: 

  • Fast ein Drittel (rd. 63 %) der GWM in NRW weisen GW-Stände im mittleren Bereich auf. Im Vergleich zum Vormonat (rd. 53 %) ist dieser Anteil deutlich gestiegen.
  • Die Anzahl der GWM mit hohen bis sehr hohen GW-Ständen ist hingegen deutlich auf rd. 29 % gefallen (Vormonat rd. 43 %). Davon wurde in rd. 6 % der GWM ein absoluter Maximalwert für diesen Monat gemessen (Vormonat: rd. 10 %).
  • Der Anteil der GWM mit sehr niedrigen bis niedrigen GW-Ständen (inkl. abs. Minima) ist im Vergleich zum Vormonat (rd. 4 %) auf rd. 8 % gestiegen.

Anhand der Entwicklung der GW-Stände sind weiterhin die Auswirkungen des niederschlagreichen hydrologischen Jahres 2024 (vom 01.11.23 bis 31.10.24) Jahres erkennbar. Insbesondere infolge des niederschlagsreichsten hydrologischen Winterhalbjahres (01.11.23 bis 30.04.24) seit Beginn der Aufzeichnungen ist der Anteil niedriger bis sehr niedriger GW-Stände zum Ende des Jahres 2023 deutlich gesunken und verharrt seit Beginn des Jahres 2024 auf einem niedrigen Niveau. Demgegenüber steht ein Anstieg der GWM mit hohen bis sehr hohen GW-Ständen mit einem Höchstwert Ende Februar 2024. Seit Februar 2024 ist eine tendenzielle Verschiebung von hohen bis sehr hohen GW-Ständen hin zu mittleren GW-Ständen erkennbar. Der Anteil niedriger bis sehr niedriger GW-Stände liegt dabei konstant unterhalb von 10 %.

Im kommenden Monat sind die Voraussetzungen für Grundwasserneubildung aufgrund relativ niedriger Temperaturen und recht hoher Bodensättigung nach wie vor grundsätzlich günstig. Die regionale Grundwasserstandsentwicklung hängt jedoch maßgeblich von den Witterungsverhältnissen und den hydrogeologischen Gegebenheiten ab. Weiterführende Informationen zur prognostizierten überregionalen Entwicklung der Grundwasserstände liefert die Fachanwendung GRUVO der Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (https://gruvo.bgr.de/website/index.php).

Hinweis: Im Zuge der Auswertung der Grundwasserstände wurden für jede Grundwassermessstelle die aktuellen Messwerte des Auswertemonats mit allen für die Messtelle zur Verfügung stehenden Messungen im Auswertemonat verglichen und klassifiziert. Bei den o.g. Auswertungen handelt es sich um eine rein statistische relative Bewertung. Sehr niedrige oder Minimalgrundwasserstände sind nicht gleichzusetzen mit einem Mangel der Ressource Grundwasser. 

Fließgewässer

Im Februar keine Hochwasserlage. Wasserstände Ende Februar hauptsächlich unterhalb des Mittelwassers.

  • Im Februar wurden keine Überschreitungen von Hochwasserinformationswerten beobachtet.
  • Ende Februar liegt an drei Pegeln in NRW eine Niedrigwassersituation vor. 
  • Die übrigen Gewässer befinden sich im Wesentlichen im Bereich zwischen mittlerem Niedrigwasser und Mittelwasser. 
  • Rhein
    Derzeit befinden sich die Rhein-Wasserstände in NRW im Bereich des Mittelwassers. Für die erste Märzhälfte werden fallende Wasserstände vorhergesagt.
    Quellen: 14-Tage- und 6-Wochen-Vorhersagen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vom 06.03.2025.
  • Weser
    Die Wasserstände an den Weser-Pegeln in NRW befinden sich ebenfalls im Bereich des Mittelwassers. Auch hier werden für die erste Märzhälfte fallende Wasserstände vorhergesagt.
    Aktuelle Messwerte des NLWKN: NLWKN Pegelonline niedersachsen.de, Wasserstandsvorhersage des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Weser:https://www.wsa-weser.wsv.de). 

Talsperren

Die Talsperrenfüllstände sind unter Berücksichtigung von Jahreszeit und Hochwasserschutzvorsorge auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Im Zuge der sehr niedrigen Niederschlagsmengen im Februar sind die Füllstände an den Talsperren in NRW im Vergleich zum Vormonat im Wesentlichen unverändert. Unter Berücksichtigung der Jahreszeit und der Hochwasserschutzvorsorge befinden sich Füllstände Ende Februar auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Differenziert nach Einzugsgebieten stellt sich die Situation der Talsperrenfüllstände wie folgt dar (Stand: 03.03.25):

  • Ruhr-Talsperren: Füllstand ca. 87 %, Tendenz im Vergleich zum Vormonat gleichbleibend (87 %)
  • Rur-Talsperren: Füllstand ca. 68 %, Tendenz im Vergleich zum Vormonat etwa gleichbleibend (67 %)
  • Sieg-Talsperren: Füllstand ca. 83 %, sinkende Tendenz im Vergleich zum Vormonat (86 %)
  • Wupper-Talsperren: Füllstand ca. 85 %, Tendenz im Vergleich zum Vormonat gleichbleibend (85 %)

Die Talsperren befinden sich im Wesentlichen im Normalbetrieb gemäß des jahreszeitlichen Betriebsplans.

(Ab Februar bis März werden die Hochwasserrückhalteräume, welche wegen der im Winter erhöhten Hochwassergefahr vorgehalten werden müssen, an vielen Talsperren in NRW schrittweise wieder reduziert. Dies geschieht um ab Beginn der Schichtung in den Talsperren im Frühjahr, Wasser ausreichender Menge und Qualität für den benötigten Bedarf (Trinkwasser, Niedrigwasseraufhöhung etc.) im Frühjahr und Sommer bereitstellen zu können.)

Ausblick

Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes vom 04.03.2025 für den Zeitraum vom 10.03. bis 06.04.2025

Datenquellen

Deutscher Wetterdienst

UFZ-Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Wasserverbände NRW

LANUV NRW

Fachanwendung GRUVO der BGR

Bei den verwendeten Daten handelt es sich teilweise um automatisch validierte Messdaten. Sie entsprechen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Hydrologische und meteorologische Daten können sich aufgrund von neuen Erkenntnissen, erweiterten Prüfungen oder veränderten Berechnungsverfahren ändern.

Weiterführende Daten und Informationen des LANUV:

Hochwasserinformationen und Lageberichte bei Hochwassergefahr

ELWAS-Web (Elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem der Wasserwirtschaftsverwaltung NRW) mit umfassenden geprüften Fachdaten zu den Fachthemen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und zur Wasserrahmenrichtlinie

Klimaatlas NRW mit Daten des UFZ-Dürremonitors sowie weiteren, umfangreichen Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen

Teilen Sie diese Seite auf