Foto: LANUV Eickenscheidt

Vegetationsperiode der Waldbäume wird länger

| Die Eiche wies 2024 den frühesten Blattaustrieb und die längste Vegetationszeit (mit 2022) auf. Die Vegetationsperiode von Eiche und Buche hat sich um 2,5 bzw. 1,5 Wochen seit Erhebungsbeginn 2001 verlängert. Dies zeigen die Untersuchungen an Waldbäumen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings in Nordrhein-Westfalen.

Phänologische Rekorde im Jahr 2024

Die Eiche wies 2024 den frühesten Blattaustrieb und die längste Vegetationszeit (mit 2022) auf. Die Vegetationsperiode von Eiche und Buche hat sich um 2,5 bzw. 1,5 Wochen seit Erhebungsbeginn 2001 verlängert. Dies zeigen die Untersuchungen an Waldbäumen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings in Nordrhein-Westfalen. Die Veränderungen lassen sich in erster Linie auf die Temperaturerhöhungen im Klimawandel zurückführen.

Waldbäume treiben immer früher aus

Das Frühjahr 2024 war mit einem Plus von 3,0°C das wärmste Frühjahr in Nordrhein-Westfalen seit Messbeginn durch den Deutschen Wetterdienst in 1881. Die Tagesmitteltemperaturen erreichten im Tiefland bereits Ende März und im Bergland Anfang April über mehrere Tage hinweg Werte ≥10 °C. Die im Rahmen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings beobachteten Waldbäume trieben in Folge je nach Baumart 3 (Buche) bis 12 Tage (Eiche) früher aus als üblich. Für die Eiche (Tag 109 = 18. April 2024) war dies der früheste Austriebstermin seit 2001. Der mittlere Austriebstermin von Buche und Eiche hat sich tendenziell nach vorne verlagert. Diese Entwicklung kann zu vermehrten Schäden zum Beispiel durch Eichenfraß und Spätfrost führen. Vom 15. bis 26. April kam es landesweit zu einem Kälteeinbruch, der im Bergland teilweise zu Spätfrostschäden an bereits ausgetriebenen Bäumen führte.

Vegetationsperioden wird länger

Die wärmeliebende Eiche wies im Jahr 2024 zusammen mit dem Jahr 2022 mit 200 Tagen die längste Vegetationsperiode seit 2001 auf. Sie war 18 Tage länger als im langjährigen Mittel. Die Eichen trieben nicht nur 12 Tage früher aus, sondern auch die Blattverfärbung erfolgte im überdurchschnittlich warmen Herbst 6 Tage später als üblich. Die Vegetationszeit der Buche dauerte ebenfalls eine Woche länger. Die Eichenfläche im Sauerland bei Arnsberg und insbesondere die Buchenflächen in den Hochlagen des Sauerlandes (Elberndorf auf 660 m ü.N.N. und Glindfeld auf 540 m ü.N.N.) profitierten von der Wärme bei gleichzeitig ausreichend Niederschlägen und zeichneten sich durch die längsten Vegetationsperioden ihrer Zeitreihen aus.

Die Länge der Vegetationsperiode von Buche und Eiche hat in den letzten 24 Jahren signifikant um 1,5 bzw. sogar 2,5 Wochen zugenommen. Eine längere Vegetationszeit kann sich grundsätzlich positiv auf die Baumvitalität und das Baumwachstum auswirken. Eine längere Vegetationszeit kann jedoch auch dazu führen, dass der Wasserbedarf der Bäume steigt, dies kann in warmen und trockenen Jahren zu einem erhöhten Wasserstress der Bäume führen. In 2024 bestand jedoch kein Wassermangel der Waldbäume.

Phänologie und Klimawandel

Das Austriebsverhalten der Waldbäume und die Länge ihrer Vegetationszeit stellen wichtige Weiser im Rahmen der Untersuchungen zum Klimawandel dar, da die phänologischen Entwicklungserscheinungen in einer engen Beziehung zur Witterung stehen. Der Zeitpunkt des Nadel-/Blattaustriebes wird neben genetischen und baumartspezifischen Veranlagungen insbesondere durch den Temperaturverlauf im Frühjahr gesteuert, wobei sowohl die mittleren Temperaturen (≥10 °C) als auch die Tagesmaxima eine entscheidende Rolle spielen. Der Eintritt der Herbstphasen dagegen wird auch von anderen Witterungsparametern (z.B. Niederschlagsmenge im Sommer und Einstrahlung) mitbestimmt. Die für den Wald relevante Vegetationszeit ergibt sich aus phänologischer Sicht aus der Differenz des mittleren Tages von Blattverfärbung im Herbst und Austrieb im Frühjahr. Überdies wird die Baumvitalität von ihrer phänologischen Entwicklung beeinflusst. Seit 2001 führt das LANUV mit Unterstützung durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen phänologische Beobachtungen im Rahmen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings durch. Im Jahr 2024 erfolgten die phänologischen Beobachtungen zum Austrieb, zur Blüte, zur herbstlichen Blattverfärbung und zum Blattfall auf den 19 bestockten Intensivmonitoringflächen an insgesamt 810 Waldbäumen. Die Ergebnisse werden jährlich im Waldzustandsbericht von Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

Weiterführende Links:

https://www.lanuv.nrw.de/themen/natur/forstliches-umweltmonitoring/level-ii-intensivmonitoring

https://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-in-nrw/waldzustand

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