Foto: LANUV Eickenscheidt

Bodenfeuchtesituation im Wald 2024

| Die Vegetationsperiode 2024 startete mit gefüllten Bodenwasserspeichern. Auf den Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings war die Vegetationsperiode von einer guten Bodenwasserversorgung in den durchwurzelten Schichten bis 1,5 m Bodentiefe geprägt. Wasserstress der Waldbäume bestand nicht.

Die Vegetationsperiode 2024 startete mit gefüllten Bodenwasserspeichern. Auf den Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings war die Vegetationsperiode von einer guten Bodenwasserversorgung in den durchwurzelten Schichten bis 1,5 m Bodentiefe geprägt. Wasserstress der Waldbäume bestand nicht.

Die Waldbäume beziehen ihr Wasser überwiegend aus dem Waldboden. Der Bodenwasserhaushalt wird maßgeblich von der Witterung, aber auch von den Bodenverhältnissen und dem Wasserverbrauch des aufstockenden Waldbestandes bestimmt. Im Winterhalbjahr füllt sich der Bodenwasservorrat üblicherweise auf. Im Frühjahr beginnen die Bäume wieder vermehrt Wasser aus dem Boden aufzunehmen, um den Wasserverbrauch, der beim Austrieb der Bäume und durch die Verdunstung der Nadeln und Blätter entsteht, auszugleichen. Der Wasserentzug durch die Bäume führt zu einem Anstieg der Wasserspannung in den durchwurzelten Bodenschichten.

Die überdurchschnittlich hohen Niederschläge von Oktober 2023 bis in das Frühjahr 2024 sorgten dafür, dass die Waldböden auf den Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings im April nass oder feucht und die Bodenwasserspeicher zu Beginn des Austriebs der Waldbäume gefüllt waren. Anders als üblich, führte der Wasserentzug der Bäume im ebenfalls regenreichen Mai nur auf einzelnen Flächen zu einer beginnenden Austrocknung der Böden. Selbst im Juni waren die Böden feucht bis frisch. Im Bergland sowie auf stauwassergeprägten Böden der Westfälischen Bucht blieben die Unterböden zum Teil sogar im Juni nass. Die Sommermonate waren wechselhaft und im Mittel etwas zu warm mit fast durchschnittlichen Niederschlägen. Die Witterungssituation führte zu einer guten Bodenwasserversorgung in den durchwurzelten Schichten bis 1,5 m Bodentiefe in der gesamten Vegetationsperiode 2024. Auf keiner der Untersuchungsflächen lag durchgängig im Sommer ein trockener Zustand vor. „Dürre“ wurde an keinem Tag und in keiner Bodentiefe gemessen. Wassermangel der Waldbäume lag im Jahr 2024 nicht vor. Die Witterungsbedingungen waren bei etwa gleicher Niederschlagssumme aufgrund der günstigeren Niederschlagsverteilung sogar noch vorteilhafter für die Waldbäume als im Vorjahr.

Trotz der nahezu optimalen Bedingungen für die Waldbäume, leiden viele insbesondere ältere Bäume weiterhin unter den Folgen der außergewöhnlichen Dürre und Hitze der vorherigen Jahre 2018 bis 2020 und 2022.

Mittlere Bodensaugspannung im August 2024 auf 13 Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings dargestellt in fünf Bodenfeuchte-Klassen von „nass“ bis „dürr“ und für maximal vier Bodentiefen. Die Stationen auf den Flächen 280, 340 und 513 gehören dem Geologischen Dienst NRW, die übrigen Stationen dem LANUV.

Das LANUV berichtet die Bodenfeuchtesituation im Wald jährlich im Waldzustandsbericht von Nordrhein-Westfalen. Der Bodenwasserhaushalt wird auf den Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings zum Teil bereits seit den 1990er Jahren intensiv untersucht. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes des LANUV, des Geologischen Dienstes NRW und des Landesbetriebes Wald und Holz zum Aufbau eines landesweiten Bodenfeuchtemessnetzes im Wald werden seit 2020 weitere Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings mit Messtechnik zur Messung der Bodenfeuchte ausgestattet. Aktuelle Messwerte und Monatsberichte werden vom GD NRW veröffentlicht.

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