Foto: LANUV Eickenscheidt

Bodenfeuchtemessnetz im Wald

| Das Bodenfeuchtemessnetz im Wald in Nordrhein-Westfalen wird weiter ausgebaut. Am 05.12.2024 richtete das LANUV in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Dienst NRW eine neue Bodenfeuchtemessstation auf einer Dauerbeobachtungsfläche des intensiven forstlichen Umweltmonitorings ein.

Im intensiven forstlichen Monitoring wird der Bodenwasserhaushalt auf einigen Flächen zum Teil bereits seit den 1990er Jahren durch das LANUV intensiv untersucht. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes des LANUV, des Geologischen Dienstes NRW (GD NRW) und des Landesbetriebes Wald und Holz NRW zum Aufbau eines landesweiten Bodenfeuchtemessnetzes im Wald werden seit 2020 weitere Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings mit einheitlicher Messtechnik zur Messung der Bodensaugspannung ausgestattet. Aktuelle Messwerte und Monatsberichte werden vom GD NRW veröffentlicht.

Ab dem 05.12.2024 werden nun in 15 Wäldern in NRW Bodenfeuchtedaten für das gemeinsame, landesweite Bodenfeuchtemessnetz erhoben. Mit Ausnahme von einer Station des GD NRW (Bonn-Kottenforst) handelt es sich bei allen Stationen gleichzeitig um Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings des LANUV. Der GD NRW betreibt insgesamt vier und das LANUV elf Messstationen im Wald.

Die untersuchten Wälder stellen typische Waldstandorte Nordrhein-Westfalens dar. Sie decken verschiedene Bodentypen, Bodenarten und Bodentiefen ab. Die Erhebungen erfolgen in drei bis vier Bodentiefen von 30 cm bis maximal 150 cm (Tiefland). Als Indikator für die Bodenfeuchte wird die Bodensaugspannung (angegeben in hPa oder als pF-Wert) gemessen. Sie entspricht der Saugkraft, die die Bäume aufbringen müssen, um dem Boden Wasser zu entziehen. Zusätzlich werden die Bodentemperatur und weitere meteorologische Messgrößen im Bestand erfasst.

Zur besseren Abdeckung der vielfältigen Waldstandorte in NRW wird das landesweite Bodenfeuchtemessnetz im Wald wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Ergänzend zu den Messungen im Wald betreiben der GD NRW sowie die Landwirtschaftskammer NRW Bodenfeuchtmessungen auf Acker- und Grünlandstandorten.

Bodenwasserhaushalt und Klimawandel

Der Bodenwasserhaushalt der Wälder ist insbesondere in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung. Die Kenntnis über den Bodenwasserhaushalt ermöglicht die Erfassung des Trockenstresses der Waldbäume und kann zu einer standortgerechten, nachhaltigen Waldbewirtschaftung beitragen. Des Weiteren sind die Messungen der Bodenfeuchte ein wichtiger Baustein, um die Bildung von Sicker- und Grundwasser unter dem Wald zu berechnen. Die Messwerte dienen überdies zur Kalibrierung und Validierung von Wasserhaushaltsmodellen (z.B. Wasserhaushalts- und Dürremonitor mGROWA NRW). Waldböden stellen bedeutende Wasserspeicher dar. Sie können daher die Auswirkungen von Witterungsextremen wie Dürreperioden auf der einen Seite und Starkregenereignissen auf der anderen Seite abschwächen und somit Hochwassergefahr reduzieren.

Weiterführende Links:

https://www.lanuv.nrw.de/themen/natur/forstliches-umweltmonitoring/level-ii-intensivmonitoring

https://www.gd.nrw.de/bo_bb_boden-und-klimawandel.htm

https://www.gd.nrw.de/bo_bb_bodenfeuchtemessdaten.php

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